Maderas Holztechnik GmbH  - Ihr Partner für Massivholzteile français deutsch english nederlands denmark

Neue Westfälische vom 30.01.2002

Maderas Holztechnik GmbH Ovenhausen nutzt jede sich bietende Chance

presseOvenhausen. "Maderas" ist spanisch und heißt Holz. In saftig-grünen Lettern prangt das Wort als Firmenname an der Frontwand der 2.000 Quadratmeter großen Produktionsstätte auf der rund 5.000 Quadratmeter großen Betriebsfläche am Ortseingang. In den Fachkreisen rund um die Holz verarbeitende Industrie steht "Maderas" für qualitativ hochwertige Massivholzteile und Möbel nach Maßanfertigung aus Ovenhausen.

"Nur im Ort selbst ist der Name vielen noch kein Begriff", glauben die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, Ralf Lüke und Andreas Jung. "Erst wenn wir den Namen ‚Weinholz' hinzufügen, ist alles klar. Weinholz kennt jeder." Damit können die Jungunternehmer gut leben. Denn der traditionsreiche Name hat weit über Ovenhausen hinaus einen guten Klang. "Wo wir auch anklopfen, war Weinholz irgendwie immer schon da", sagt Ralf Lüke, der für den Vertrieb und das Kaufmännische zuständig ist. "Das öffnet uns Türen und erleichtert den Einstieg."

Längst ist geplant, die rund 80-jährige Geschichte des Unternehmens, die sie seit zwei Jahren mit Schwung und unter neuen Vorzeichen fortsetzen, einmal ordentlich zu dokumentieren. Momentan sind sie dafür zu sehr von Gegenwart und Zukunft beansprucht und rechnen in "ihrer" Zeit.

Das neue Jahr ist gut angelaufen

"Am 1. Februar könnten wir das zweijährige Firmenjubiläum der Maderas Holztechnik GmbH feiern", berichten Ralf Lüke und Andreas Jung schmunzelnd. Statt dessen werden sie arbeiten und mit ihren neun Mitarbeitern wie gehabt Unmengen von Buchenschnitt- und Kantholz nach allen Regeln der Kunst und Technik zu Tisch- und Stuhlbeinen, Betten, Stollen, Zargen, Treppenbauteilen, Möbelfronten und individuellen Sonderteilen verarbeiten. Drechseln, fräsen, schleifen, montieren und konstruieren gehört zu ihrem täglichen Geschäft. "Das neue Jahr ist gut angelaufen", stellen sie zufrieden fest. Dabei vergessen sie nicht, dass sie das auch ihrem Mitarbeiterteam zu verdanken haben. "Alle ziehen voll mit. Und immer vorne mit dabei die Älteren, die schon bei Weinholz gearbeitet haben. Über die sind wir richtig froh." Leichter und besser geht es neuerdings mit dem im Dezember 2001 für rund 400.000 Mark angeschafften neuen 5-Achsen-CNC-Bearbeitungszentrum. "Damit können wir sogar Holzbälle herstellen", meint Produktionsleiter Andreas Jung. "Aber das müssen wir noch üben."

Das hohe Maß an notwendigen Investitionen macht beiden noch zu schaffen, aber ohne weitere Modernisierung geht es nicht. Nach dem Neubau der Heizungsanlage mit Spänesilo im ersten Jahr für rund 300.000 Mark und erhebliche Investitionen in die Maschinenausstattung steht demnächst der Bau eines überdachten Holzlagers auf dem Programm. "Wir wussten, dass es schwer wird und sind keineswegs blauäugig an die Sache herangegangen", sagt Ralf Lüke. "Natürlich war uns klar, dass unsere Branche in einer tiefen Talsohle steckt." Beide erinnern sich an manche schlaflose Nacht, als sie vor der Entscheidung standen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Viel Rat und Unterstützung gab es seitens der GfW im Kreis Höxter, über deren Programm zur Regelung von Unternehmensnachfolgen der Stein so richtig ins Rollen gebracht wurde. Schließlich hing alles an der Frage, ob für das Vorhaben mit Förderung zu rechnen war. "Ich stand mit Gummistiefeln in der Baugrube für mein Fertighaus aus Vörden, als der entscheidende Anruf kam", erinnert sich der Lemgoer Andreas Jung, als sei es gestern gewesen. Hilfreich war für beide auch das Wissen, im jeweils anderen den idealen Geschäftspartner gefunden zu haben.

Kennen gelernt und angefreundet haben sich die beiden Tischlermeister aus Lemgo und Kleinenbreden auf Holztechnikerschule in Detmold. Während der gemeinsamen Teilnahme an einem halbjährigen Schulprojekt in Chile, wo sie Lehrer und Schüler an Holzbearbeitungsmaschinen ausgebildet haben, hatten sie dort im täglichen Zusammenleben reichlich Gelegenheit festzustellen, dass sie über die Freundschaft hinaus auch "alltagskompatibel" sind.

 Die schönen Erinnerungen an diese Zeit hält heute der Firmenname "Maderas" wach. Zurück in Deutschland gingen sie zunächst getrennte Wege. Ralf Lüke war erst in Saarbrücken tätig, ehe er schließlich als Abteilungsleiter im gleichen Industriebetrieb in Bad Lippspringe anfing, wo Andreas Jung bereits Produktionsleiter war.

Beide wollten sich selbstständig machen

Schon damals spielte jeder für sich mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen, so dass es zur Entscheidung, es gemeinsam zu probieren, nur ein kleiner Schritt war. "Seitdem haben wir viel um die Ohren und kämpfen an allen Fronten", stellt Andreas Jung schmunzelnd fest. "Vor allem ergreifen wir jede Chance", ergänzt Ralf Lüke. Dazu gehört beispielsweise die erfolgte Erweiterung des Holzteileprogramms um den Fertigungsbereich kompletter Möbel, die nach den Anforderungen der Kunden individuell konstruiert und gebaut werden und wodurch betriebliche Schwankungen aufgefangen werden.

Zurzeit schwankt es nicht, und trotz voller Auslastung haben sie sofort zugegriffen, als die Landesforstverwaltung NRW in Neuenheerse und die GFW den Holz verarbeitenden Unternehmen im Kreis kurzfristig die Chance bot, sich Mitte Januar kostenlos auf dem Stand des Kreises Höxter auf der Möbelmesse in Köln zu präsentieren. Dem enormen Arbeitsaufwand stehen jetzt viele neue Kontakte gegenüber, die dazu beitragen werden, den in zwei Jahren gut aufgestockten Kundenkreis weiterhin zu vergrößern.

VON R. HOFFMANN-WITTENBURG

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